Die Karriere des Twitch-Streamers Theo „Scurrows“ Bottlander befand sich im freien Fall, nachdem Twitch die Streams der Krypto-Casino-Seite „Stake“ verboten hatte. Bis Mai 2023 war seine durchschnittliche Zuschauerzahl auf 1.500 gesunken. Der Streamer hat jedoch einen Weg gefunden, relevant zu bleiben: Mit seinem aggressiven Temperament und einem eindeutig feindlichen Profilbild wächst seine Reichweite.
Wie verlief Scurrows’ Karriere auf Twitch?
Scurrows war 2018 ein recht erfolgreicher Twitch-Streamer mit durchschnittlich 2.300 Zuschauern beim Rollenspiel in GTA 5. Allerdings wurde er von Twitch aufgrund seines „hasserfüllten Verhaltens“ für längere Zeit gesperrt. 2021 gelang Scurrows ein erfolgreiches Comeback auf Twitch. Er konzentrierte sich hauptsächlich auf Wetten und konnte seine Zuschauerzahlen verdreifachen: Sie stiegen auf 6.041, als er Casinospiele streamte. Dies führte zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung auf der gamescom.
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Beruf und Leben von MontanaBlack in 2 Minuten: Was macht ihn so besonders?
Wie sehen die Zahlen aktuell aus? Scurrows erlebt einen enormen Aufschwung auf Twitch:
- In den letzten 30 Tagen erreichte er rund 6.027 Zuschauer – das sind 307 % mehr als im vorherigen Zeitraum.
- Ein Stream am 11. Juli war besonders erfolgreich: Er erreichte durchschnittlich 11.854 Zuschauer, mit einem Spitzenwert von 14.974. Nie zuvor hatte der Stream so viele gleichzeitige Zuschauer.
Die Zuschauerzahlen waren bis zum Konflikt mit Shurjoka kontinuierlich gesunken. Wie hat er das geschafft? Scurrows twitterte nach dem Wettverbot vermehrt und sprach dabei Themen wie LGBTQ+, die Rolle von Männern und Frauen sowie Transgender-Themen an. Er bezog wiederholt provokante Positionen und spielte mit der unterschwelligen kulturellen Spannung.
Im Februar positionierte er sich beispielsweise provokant als Befürworter von Hogwarts Legacy – das Rollenspiel war damals für Teile der LGBTQ+-Community auf Twitter und Twitch ein rotes Tuch. Banner Shurjoka rief daraufhin zum Boykott auf.
Streamer wirft Scurrows frauenfeindliche und queerfeindliche Handlungen vor.
Schließlich griff Banner Shurjoka ihn an, nachdem er in einer politischen Diskussion zu Wort gekommen war. Dennoch kritisierte sie ihn nicht wegen seiner Gewohnheiten, sondern wegen seines früheren Verhaltens:
Es ging um seine früheren Gewohnheiten, die sich in Scurrows’ gesamter Twitter-Historie widerspiegeln und leicht nachzulesen sind. Darin äußert er sich offen transphob, queerfeindlich und frauenfeindlich, einschließlich verschiedener Anschuldigungen wegen Belästigung von Influencern, darunter auch mir.
Scurrows reagierte empört auf diesen Videoclip. Er ignorierte die Vorwürfe transphober, queerfeindlicher und frauenfeindlicher Äußerungen. Er ging lediglich auf die Belästigungsvorwürfe ein und behauptete, „unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche“ seien eine so schwerwiegende Anschuldigung, dass sie seine Karriere zerstören könnten. Man sollte bedenken, dass Shurjoka lediglich von „Belästigung“ sprach – Scurrows hingegen bezog auch den Aspekt „sexueller Belästigung“ mit ein.
Er präsentierte triumphierend ein Video von der gamescom 2017, in dem er angeblich ein normales Gespräch mit Shurjoka führte und erklärte, es sei völlig ungefährlich gewesen. Damit ruinierte er Shurjokas Ruf und entlarvte sie als Schwindlerin. Shurjoka erwiderte: Es habe ein zweites Treffen gegeben, bei dem sich Scurrows ganz anders verhalten habe. Doch Scurrows bestritt dies. Nun inszeniere er sich als unfehlbares Genie, weil er so intelligent sei und alles beweisen könne. Man sollte ihn besser nicht angreifen, er hat gegen jeden ein dickes Archiv.
Damit orientiert sich Scurrows offensichtlich an dem US-Streamer Trainwreck, der im September 2022 auf die Anschuldigungen gegen ihn mit einem Gegenangriff auf das Banner Mizkif reagierte und so von der Kritik an ihm ablenkte, was den Streamer in eine schwere Krise stürzte.
Die Polarisierung treibt die Zuschauerzahlen in die Höhe.
Warum hat ihm das so sehr geholfen? Das Thema „Scurrows vs. Shurjoka“ hat sich auf Twitch und Twitter zu einem wahren Lauffeuer entwickelt. Verschiedene Streamer beziehen Stellung, reagieren aufeinander und diskutieren die Situation.
Scurrows wird hauptsächlich von den beiden größeren Web-Content-Produzenten KuchenTV und MontanaBlack unterstützt, die schon lange mit Shurjoka im Streit liegen und finanziell von ihren Tiraden gegen sie profitieren.
Seit Beginn des Streits ist Scurrows auf Twitch immer aktiver geworden und wettert insbesondere gegen politisch links orientierte Streamer. Er wirft ihnen vor, sich in eine Zielscheibe zurückzuziehen, und betont, wie schwer es sei, „als Mann“ dazustehen.
Er betont, dass er seine eigene Tugend zweifelsfrei bewiesen habe und dass sich jeder, der weiterhin gegen ihn hetze, nur selbst demütige. Dabei greift er zu einer derben Sprache und stürzt sich in die Themen, als ob er… Die Gegenargumente sind so absurd, dass sie ihn in den Wahnsinn treiben.
Seitdem das Problem aufkam, hat sich Shurjoka aus den sozialen Medien zurückgezogen. Offenbar trifft er mit seinem Verhalten und dem Bild des gequälten Mannes, dem man nichts mehr sagen darf, einen Nerv der Zeit und profitiert vor allem von den anhaltenden Diskussionen und der Empörung über seine Thesen auf Twitter.
Seinen Erfolg nutzt er mit einer Vielzahl kurzer Videoclips auf YouTube und TikTok, die auch US-amerikanische Produzenten als neue Methode entdeckt haben, ihre etablierten Netzwerke auf YouTube und Twitch zu stärken. Für viele auf Twitch scheint dies sogar noch unterhaltsamer zu sein, als Shurjoka beim Spielen von GTA 5 oder anderen Videospielen zuzusehen.
